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Farben, Formate & Computer

Von der Farbvielfalt der Natur kann nur ein Bruchteil in Farbsystemen erfaßt werden. Moderne Graphikkarten arbeiten mit 24 Bit Farbtiefe, stellen also 16,7 Mio Farben dar, CYMK Drucker sind in ihrer Farbvielfalt noch weiter eingeschränkt, besonders im gelben und blauen Bereich weisen sie starke Defizite auf. Was auf dem Monitor gut aussieht, ist im Druck oft eine herbe Entäuschung. So sieht das TU-Logo im klaren RGB-Blau auf dem Monitor dem Orignal sehr ähnlich, auf einem Farblaserdrucker ausgedruckt ist es allerdings dunkelviolett. Aus diesem Grund gibt es auch eigene Versionen für den Ausdruck auf dem Farblaserdrucker Tektronix 550 im ZID der TU Wien. Wir bitten um Verständnis, daß nicht alle Farbdrucker in der näheren Umgebung mit eigenen Versionen berücksichtigt werden können. Bevor man eines der Logos auf einem Farbdrucker ausgibt, sollte man die Farbe erst durch einen Probeausdruck verifizieren. Generell raten wir bei Ausgabe auf einem Farblaserdrucker eher zur Version für den Tektronix 550-Drucker, bei Ausgabe auf einem Tintenstrahldrucker (BubbleJet oder Piezo) eher zur RGB Variante.

Um etwas Klarheit in das Wirrwarr im Umfeld Computer & Graphik zu bringen, stellen wir hier einen kurzen Abriß der Grundlagen zur Verfügung.

Farbe in Zusammenhang mit Computern hält einige Fallstricke bereit:

Farbsysteme

Farbsysteme oder Farbmodelle liefern eine objektive mathematische Beschreibung von Farbeindrücken, die idealerweise unabhängig vom Wiedergabemedium ist (was rein praktisch betrachtet natürlich ausgeschlossen ist). Die Unmöglichkeit der Farbbeschreibung unabhägig vom Medium hat zur Bildung mehrerer Farbsysteme geführt. Die gebräuchlichsten wollen wir hier vorstellen:

Bei der Ausgabe auf dem Bildschirm (wie auf dem Fernseher) erzeugt man Farben durch additive Farbmischung aus den Grundfarben Rot-Grün-Blau, weshalb das zugehörige Farbsystem auch RGB-System genannt wird. Die Farbmischung des RGB-Systems entspricht der Farbwahrnehmung des Auges, das für jede der 3 Grundfarben eigene Rezeptoren in der Netzhaut hat.

Das RGB-System ist zwar von der biologischen Seite her betrachtet ideal zur Farbwiedergabe, die Angabe von Farbtönen in diesem System ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Aus diesem Grund bieten viele Programme Farbauswahl nach dem HSB-Modell, das die Farbe nach Hue (Farbton) - Saturation (Sättigung) - Brightness (Helligkeit) einteilt. Die meisten Programe setzen HSB aber nicht als eigenständiges Farbsystem ein, sondern als Auswahlhilfe für RGB-Farben (z.B. Photoshop).

Desktopdrucker (also solche, die man am eigenen PC anschließt, wie Farbtintenstrahldrucker oder Farblaserdrucker) benötigen zur korrekten Ausgabe Daten im CYM- oder CYMK-System, weil sie Farbe durch subtraktive Farbmischung aus den Grundfarben Cyan (Türkis) - Yellow (Gelb) - Magenta (Magenta) erzeugen. Diese 3 Grundfarben werden auch Prozeßfarben genannt. Beim CYMK Modell kommt als vierte "Farbe" noch schwarz hinzu, weil sich das Zusammenmischen von Schwarz aus den 3 Grundfarben als teuer und umständlich erwiesen hat.

Läßt man etwas in einer Druckerei ausdrucken, kommen zusätzlich zum CYMK Modell andere Farbsysteme in Frage, wie z.B. das HKS-Sytem oder das Pantone-System, die auf mehr Grundfarben als CYMK aufsetzen und deshalb bessere Ergebnisse erreichen.

Seit den 30er Jahren gibt es einen Farbstandard, der versucht, die unterschiedlichen Farbwelten zu vereinigen und vorallem dazu dient, die Farbwelten möglichst verlustfrei ineinander zu konvertieren. Es ist dies der CIE-LAB-Standard. Von allen verbreiteten Farbsystemen verfügt er über den größten Farbumfang, allerdings kommt er bisher nur in Profisoftware zum Einsatz.

Graphikformate

Nicht nur die Vielfalt der Farbsysteme ist verwirrend, auch bei den Graphikformaten gibt es eine große Auswahl. Generell unterscheidet man zwischen Vektorformaten und Pixelformaten.

Vektorformate benutzen graphische Primitiven wie Punkte, Linien, Kreise, Polygone, ... in ihrer mathmatischen Form (z.B. linie(anfangspunkt, endpunkt); kreis(mittelpunkt, radius)...), um Graphiken aufzubauen. Das bietet einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Zeichnungen, die vorwiegend aus solchen graphischen Primitiven bestehen, können kompakt gespeichert und außerdem verlustfrei skaliert werden.
Gängige Formate sind: EPS (Encapsulated Postscript), AI (Adobe Illustrator = abgespeckte EPS Version), WMF (Windows Metafile), DXF (Data eXchange Format im CAD Bereich).

Pixelformate oder Bitmaps werden bevorzugt zur Speicherung von "photorealistischen" Inhalten benutzt. Zwar kann man solche Inhalte auch in einem Vektorformat speichern, indem man für jeden Bildpunkt z.B. punkt(x-koordinate, y-koordinate, farbwert) angibt, aber das wäre nicht besonders ökonomisch. Die meisten Pixelformate verfügen über einen Kompressionsmechanismus zur Reduktion der Dateigröße. Einige Formate sind nur für eine geringe Anzahl an Farben geeignet (z.B. GIF, Beschränkung auf max. 256 Farben).
Gängige Formate sind GIF (Graphics Interchange Format), TIFF, TGA (Targa), JPG (JPEG, verlustbehaftete Komprimierung!)

Nicht alle dieser Graphikformate können mit allen Farbsystemen zurecht kommen. Während Pixelformate ihre Dateien im allgemeinen als RGB Daten speichern, verstehen die Verktorformate häufig auch CYMK. EPS und AI können wahlweise die Farben als CYMK oder RGB interpretieren (Standard ist CYMK), WMF beharrt auf RGB. Konvertierung zwischen den Farbsystemen Beim Umwandeln eines Bildes aus einem Graphikformat ins andere findet häufig auch eine Umwandlung von einem Farbsystem ins andere statt. Die Druckvarianten des TU-Logos haben in CYMK den Farbwert: 100-5-30-5. Exportiert man dasselbe Logo einmal als EPS und einmal als WMF, so bleibt der CYMK Farbwert bei der EPS Datei erhalten, bei der WMF Datei wird er in einen möglichst ähnlichen RGB-Wert umgewandelt. Importiert man nun beide Varianten des Logos in ein Programm und druckt sie dann aus (also Ausgabe im CYMK Format), so findet eine weitere Umwandlung des Farbsystems bei der WMF Datei statt - das Programm substituiert den RGB Wert mit einem möglichst ähnlichen CYMK Wert, der im allgemeinen nicht mit dem ursprünglichen übereinstimmt.
Die Konvertierung RGB <-> CYMK ist abhängig vom Programm sowie von einigen Systemeinstellungen (z.B. vorhandene Druckertreiber für Farbdrucker).


1998-08-05, Larissa Naber